Drei Schritte zur Rettung Deutschlands (Teil I)

 ... denn es ist bereits nach Zwölf!

Während es gegenwärtig viele dringend zu behebende Mißstände in unserem eigentlich schönen Heimatland gibt, kann festgehalten werden, dass zugleich so etwas wie ein Schlüsselbereich existiert – wird derselbe in Ordnung gebracht, kommen damit parallel zahlreiche weitere Bereiche in Ordnung. 

Nicht wenigen Menschen mag die Frage, wie die dringendsten Probleme Deutschlands in den Griff zu bekommen sind, wie mysteriöse Hieroglyphen einer längst vergangenen Zivilisation vorkommen, wobei alles einem undurchsichtigen Rätsel gleicht – zumindest so lange, bis man nicht ein erstes Schriftzeichen entziffert hat. Sobald man diesen einen stabilen Punkt hat, lässt sich daran alles Weitere ausrichten, gleich Dutzender verstreuter Perlen, die nun auf einer Kette aufgereiht werden können. 

Bei diesem zentralen „Schriftzeichen”, bei dieser „Kette”, bei diesem Dreh- und Angelpunkt handelt es sich in unserer gegenwärtigen Gesellschaft um den Themenbereich Arbeitslosigkeit bzw. Vollbeschäftigung. 

Nehmen wir einmal kurz an, es wäre möglich, alle Arbeitslosen in Brot und Arbeit zu stellen – nicht durch Beschäftigungstherapien oder künstliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, nicht durch Hartz-IV 1-Euro-Jobs, nicht durch problemkaschierende, absurde Ausbildungsprogramme, sondern ganz real und echt. Angenommen, es wäre also möglich, im Deutschland unserer Tage auf rasche und effiziente Weise Vollbeschäftigung bzw. sogar Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften zu erreichen, dann sollten wir auch erkennen, dass sich damit unmittelbar zahllose weitere Probleme quasi wie von Zauberhand in Luft auflösen würden. Was also verhindert Vollbeschäftigung und wie ließe sie sich erreichen? Wie immer, wenn man tiefgreifende Fragen beantworten möchte, muss man den Grundlagen entsprechende Aufmerksamkeit schenken: 


Über die Arbeit 

Das Gefühl, gebraucht zu werden bzw. etwas herstellen oder leisten zu können, was anderen von Nutzen ist oder ihnen hilft – und dafür einen angemessen Ausgleich bzw. Austausch zu erhalten, bildet den Kernpunkt der geistigen Gesundheit eines Menschen und dessen Moral (Gemütsverfassung) im Allgemeinen. Es bildet die Grundlage dafür, sich als vollwertiges Mitglied einer menschlichen Gesellschaft, ja sogar jeder menschlichen Gemeinschaft zu fühlen!! Es handelt sich dabei um eine der wichtigsten Grundlagen des Lebens überhaupt. Denn jede menschliche und wohl sogar jede nicht-menschliche Gesellschaft (Tierreich) beruht darauf, dass ihre Mitglieder allgemeine und spezialisierte Aufgaben übernehmen und ausführen – oder in anderen Worten: arbeiten!  

Wir können jede menschliche Gesellschaft aus jeder beliebigen Epoche auf jedem Kontinent der Erde untersuchen und dabei ohne Ausnahme feststellen, dass sie funktioniert haben, wenn die Menschen fleißig waren, bzw. dass sie untergegangen sind, sobald zu viel Müßiggang herrschte.

Das Foto wurde nicht gestellt – diese Depesche möchte einen Beitrag dazu leisten, dass es nicht so weit kommen muss. 

Weltreiche sind zerfallen, weil „vergessen” wurde, dass Wohlstand und ein hoher Lebensstandard nur durch ehrliche Produktion und Leistung erreicht und erhalten werden können – niemals aber durch Krieg und Eroberung.

In unserer heutigen Zeit, in der so Vieles selbstverständlich gegeben erscheint, wird oftmals vergessen, dass das Überleben jedes Einzelnen schlicht davon abhängt, dass gearbeitet wird. Das individuelle Überleben, das Überleben der Familie, das Überleben des Volkes und das Überleben der Menschheit hängen davon ab, dass jeder einzelne arbeitet. Und wer sich davon ausnimmt, der wird allgemein – und zu Recht – beargwöhnt. 

Menschen arbeiten – das liegt so sehr in ihrer Natur, dass sie praktisch augenblicklich auf die Schiene der Krankheit und des Todes gelangen, wenn sie keine Arbeit und/oder Aufgabe (= keinen Sinn) mehr haben! Dieser Satz mag Protest hervorrufen, egal, der Sachverhalt kann beobachtet werden. 

Kennen Sie den Typ der ach so fürsorglichen Schwiegertochter, die Opa immer umsorgt, ihm alles abnimmt und ihm sanft wie ein Mailüftchen ins Ohr säuselt:  „Ach Opa, lass’ man, streng’ Dich doch nicht so an auf Deine alten Tage. Du hast Dir Ruhe verdient. Ich mach’ das schon für Dich. Hast Du noch einen Wunsch?” Ich kenne keinen Richter der diese Art von sanfter Erbschleicherei zur Anklage brächte. Geben Sie einem Menschen das Gefühl, dass er nichts mehr beitragen kann, bzw. dass man im Gegenteil zu ihm beitragen muss, dass er also, in kurzen Worten gesagt, wertlos ist – und er wird sterben. 

Ich selbst habe vor Jahren einen Fall konkret miterlebt, wo der neue Geschäftsführer dem alten Inhaber und Firmengründer auf sehr schroffe Weise klar gemacht hat, dass man ihn nicht mehr braucht, dass er sich aus den Geschäften heraushalten und endlich ein Rentnerleben führen solle – tags darauf wurde er krank, drei Wochen später war dann die Beerdigung. 

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Die Erfahrung zeigt leider: Ca. neun von zehn Arbeitslosen geraten in eine Abwärtsspirale.

Das Leben braucht Herausforderungen, braucht Probleme. Wo man einem Menschen jegliche Gefahr aus der Umwelt nimmt, wo man ihm sämtliche Probleme stiehlt, wo man ihm alle Arbeit abnimmt, wo man dem Individuum erzählt, es sei nur ein wertloses und ersetzbares Teilchen einer riesigen Maschinerie, da halten Dekadenz und Verfall Einzug mit Pauken und Trompeten. 

Schwerreiche Millionenerben, die nichts arbeiten, aber alles besitzen, sind die bemitleidenswertesten Seelen auf Erden: unglücklich, meist sehr (chronisch) krank – und ihre größten, nahezu unlösbaren Probleme spielen sich etwa in dem Bereich ab, dass es das Hausmädchen einfach nicht lernen will, welche Gläser zu welchem Wein gehören usw.   

Wo in einer Gesellschaft echte (wichtige, sinnvolle) Arbeit fehlt oder vereitelt wird, grassieren Dekadenz, Verfall, Unmut, Hoffnungslosigkeit, Krankheit, Drogensucht, Kriminalität und Sittenlosigkeit. Dies begründet sich dreifach: 

(a) Das Leben braucht ein Spiel, eine Herausforderung, ein lohnenswertes Ziel. Das Leben will wachsen, sich ausdehnen, neue Räume erkunden, neue Grenzen erobern. Auch, wenn einem Arbeitslosen nun theoretisch alle Türen offen stünden, um sich selbst zu verwirklichen, neue Projekte anzugehen, sich selbständig zu machen usw., zeigt die Erfahrung doch das Gegenteil: 9 von 10 Arbeitslosen schlagen den Weg nach unten ein: weniger Spiel oder gar kein Spiel, keine neuen Freiräume, weniger Herausforderung, keine lohnenswerten Ziele, kein selbst erschaffenes Geld – in einem Wort: Abwärtsspirale!

(b) Das Leben ist durch Hilfe motiviert. Hilfe ist der zentrale Bestandteil allen Seins, d.h., wo ein Wesen nicht mehr das Gefühl hat, gebraucht zu werden, etwas Hilfreiches für andere zu tun usw. schlägt es den Weg in Richtung Tod ein. Und Hilfe ist somit natürlich auch der zentrale Bestandteil der Arbeit. Warum arbeitet man? Um zu helfen. Warum gebe ich die Depesche heraus? Um zu helfen. Warum lesen Sie sie? Um zu helfen. Oder? 

(c) Bewegung und Emotion. Im Englischen sind die beiden Wörter nicht ohne Grund nahezu identisch: Motion (Bewegung) und Emotion (Emotion) – beides ist tatsächlich annähernd dasselbe. D.h. hohe Emotion haben wir dort, wo es viel Bewegung gibt. Und keine Bewegung (mit Bierflasche tatenlos vor der Glotze sitzen) bedeutet gleichzeitig niedere Emotion und niedere Moral.

Beobachten Sie Kinder: viel Bewegung, hohe Emotion (Begeisterung, Interesse, Freude, Tatkraft, Ausgelassenheit, Überschwang, usw.) – und Greise: keine Bewegung, tiefste Emotion (Furcht, Gram, Hoffnungslosigkeit, Apathie, Lethargie usw.). Wenn Sie Menschen also etwas Gutes tun wollen, bringen Sie sie in Bewegung! Und dies erklärt gleichzeitig, warum Arbeitslose gemeinhin abstürzen. 

Das sind philosophische Prinzipien, wo jede für sich eine Depesche füllen könnten. Diese Naturgesetze seien hier einfach im Zusammenhang mit Arbeit kurz erwähnt. Für den normalen Menschen bedeutet eine Arbeit zu haben nämlich auch, Teilnahme, Bewegung, Kontakt und Kommunikation zu haben, dabei zu sein im Spiel es Lebens, eine Herausforderung bzw. Probleme zu haben – und abgesehen davon, bedeutet es auch, Geld zu haben. Geld, das dann ausgegeben werden kann – für die Arbeit anderer! Also: Eine Arbeit zu haben, bedeutet hier und heute, ein Leben zu haben! 


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Von am 23.03.2023


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