Die neuen Kinder in der alten Schule?

Die Institution „Schule“ gehört für die meisten heutzutage so selbstverständlich zum Leben dazu wie Häuser, Autos oder Supermärkte. Wir hinterfragen nicht mehr das Schulsystem als solches, sondern höchstens einzelne seiner Faktoren. Dabei blinken die Alarmzeichen in grellstem Rot – doch sie mahnen weniger schlechte Bildungsergebnisse an, wie sie etwa durch die sog. PISA-Studie repräsentiert werden, als vielmehr psychologische, menschliche Aspekte. Denn die moderne Schule zerbricht junge Leute, macht sie gleichgültig, abgestumpft, im besten Fall rebellisch. Die Zahlen der sog. Schulversager, psychisch Gestörten sowie Drogen- und Medikamentenabhängigen sind so hoch wie nie. Wer da als verantwortungsbewusster Elternteil seine Kinder, nur konsequent, aus der Schule nimmt, um sie beispielsweise Zuhause selbst zu unterrichten, wird jedoch nicht vom Staat bezuschusst oder belohnt, sondern erlebt einen Spießrutenlauf. Kinder werden hierzulande in die Schule gezwungen, notfalls mit Polizeigewalt, Ausnahmen nicht geduldet. Dabei belegen die Erfahrungen aus anderen Ländern zweifelsfrei, dass daheim ausgebildete Kinder nicht nur psychisch ausgeglichener sind, sondern im Durchschnitt sogar bessere Lernergebnisse aufweisen. Dagmar Neubronner engagiert sich daher seit vielen Jahren mutig für Bildungsfreiheit in Deutschland.

Ohne Schule lernen
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Vom 1.-4. November 2012 findet in Berlin zum allerersten Mal ein globaler Kongress zum Thema Bildungsfreiheit statt. „Global“ bedeutet, dass Menschen aus der ganzen Welt sich treffen, um über neue – und gleichzeitig uralte – Wege selbstbestimmter Bildung zu reden, sich auszutauschen und sich zu vernetzen. Für die Eltern, Lehrer, Bildungsbeamten, Wissenschaftler, Politiker (das umfasst selbstverständlich auch alle „innen“), die sich in Berlin bei der Global Home Education Conference 2012 begegnen werden, bedeutet das vor allem: Wege selbstbestimmter Bildung ohne Schule.

Und wieso haben sich diese Bildungspioniere als Ort der Veranstaltung ausgerechnet Berlin ausgesucht? Weil Deutschland – und seit einigen Monaten leider auch Schweden – zu den ganz wenigen Demokratien gehören, in denen das Recht auf Bildung für jedes Kind mit einem Zwang zum Schulbesuch für jedes Kind gleichgesetzt wird. Dieser Zwang wird von vielen Kindern und ihren Eltern zunehmend als unerträglich empfunden.


Eine neue Zeit

Viele Menschen haben heute das Gefühl, dass wir an der Schwelle zu einer neuen Zeit stehen und sehr vieles sich ändern muss. Die Zeichen stehen auf Sturm, mindestens jedoch auf viel frischen Wind.

Gerade die Depeschenleser gehören ja zu denen, die sehr aktiv versuchen, auf der Grundlage des Alten – mit ihren Kindern – ein neues, anderes, besseres Leben zu erschaffen. Nur eines bleibt bei diesen Bemühungen meist ausgeklammert, weil es uns „Alten“ so selbstverständlich und unverzichtbar erscheint: Die Schule!

Wir hadern mit Inhalten, Methoden, Lehrplänen, Arbeitsbelastung, Stress und – möglicherweise – einzelnen Lehrkräften, jedoch oft, ohne das System insgesamt zu betrachten und in Frage zu stellen.

Gewiss, auch die Lehrkräfte, die unsere Kinder unterrichten, gehen ihren Weg, und viele von ihnen versuchen intensiv, im Rahmen ihrer Möglichkeiten neue Wege zu gehen – aber ebenso wie bei ihren Schülern ist ihre körperliche und geistige Bewegungsfreiheit völlig eingeengt durch ein System, dessen Anliegen nicht die Freiheit ist und es nie war.

Ziel der Schule war noch nie, Individualität und Freiheit zu betonen oder die besonderen Talente jedes einzelnen zu finden und zu stärken, ja noch nicht einmal die bestmögliche „Allgemeinbildung“ zu vermitteln. Das tatsächliche Ziel der Schule war von jeher, die Lebendigkeit junger Individuen zu minimieren, ihnen Disziplin und Gehorsam beizubringen sowie sie zu vereinheitlichen und gleichzuschalten, so dass sie dadurch an die eintönigen Aufgaben als Arbeitsbienen in einer industrialisierten, arbeitsteiligen Gesellschaft gewöhnt werden mögen.


Das Bildungsmonopol

Die Schule als Einheitsbildungsweg für alle wurde in Europa zu Beginn der Industrialisierung erfunden. Ihr erklärtes Ziel war es, Menschen hervorzubringen, die gehorchen gelernt hatten, die aus den jahreszeitlichen Rhythmen der Natur herausgerissen und auf die gleichmäßige (oder eintönige) Arbeit in den Fabriken vorbereitet worden waren und die in der Lage waren, Befehle und Handlungsanweisungen zu verstehen – funktionales Lesen nennt der Lehrplan das heute.

Die individuelle Vielfalt von Menschen- und Weltbildern, von Kenntnissen und Fähigkeiten (je nach den Lebensumständen), den Interessen des Einzelnen und den Bedürfnissen seiner Gemeinschaft sollte vereinheitlicht und monopolisiert werden – alle sollten dasselbe wissen, können, glauben und denken. Damit einher geht zwangsläufig, dass alle alles andere also nicht wissen, nicht können, nicht glauben und nicht denken.

Natürlich war es schon immer so, und das gilt bis heute, dass viele einzelne Lehrkräfte in diesem System vor allem die Chancen sahen und ihrem Ideal folgten, den Schulkindern durch mehr (theoretisches) Wissen zu mehr Einsicht und damit Freiheit oder wenigstens „Macht“ zu verhelfen.

Das ändert aber nichts daran, dass die grundlegenden Eigenschaften der Schule in eine andere Richtung weisen.

Der New Yorker Lehrer John Taylor Gatto stieg nach über dreißig Jahren und mehreren Auszeichnungen als „Lehrer des Jahres“ aus dem Lehrerberuf aus und schildert in seinem berühmten Buch „Verdummt noch mal!“ („Dumbing Us Down“), was Kinder in der Schule jenseits aller offiziellen Lehrinhalte wirklich lernen.

Er fasst dies in sieben Thesen zusammen:

Verdummt noch mal!

1. Verwirrung Alles, was ich unterrichte, ist aus dem Zusammenhang gerissen. Ich unterrichte die Beziehungslosigkeit von allem. Schulinhalte sind verrückt.

2. Gesellschaftliche Schichtung Das zweite „Fach“, das ich unterrichte, ist die unentrinnbare Zugehörigkeit zu einer bestimmten Schicht. Das ist die eigentliche Lektion jedes künstlich auferlegten Wettbewerbs, und auch der Schule: Du lernst, wo dein Platz ist!

3. Gleichgültigkeit Ich lehre Kinder, sich nicht allzu sehr für irgendetwas zu begeistern ... Nichts Wichtiges wird in meiner oder irgendeiner anderen mir bekannten Unterrichtsstunde jemals zu Ende geführt.

4. Emotionale Abhängigkeit Mit Fleißbienchen und Smileys, mit Lächeln und Stirnrunzeln, Auszeichnungen, Ehrungen und Strafen bringe ich den Kindern bei, ihren Willen der vorherbestimmten Befehlskette zu unterwerfen.

5. Intellektuelle Abhängigkeit Erfolgreiche Schüler übernehmen das Denken, das ich ihnen vorgebe, mit einem Minimum an Widerstand und dezenten Anzeichen von Begeisterung. Ich (bzw. meine unsichtbar bleibenden Arbeitgeber) entscheide, für welche wenigen von den Millionen Dingen, die es wert wären, studiert zu werden, wir Zeit haben.

6. Labiles Selbstbewusstsein Ein Zeugnis wird zu den Schülern nach Hause geschickt, um entweder Beifall hervorzurufen oder bis auf den Prozentpunkt genau anzugeben, wie unzufrieden die Eltern mit dem Kind sein sollten. Die Ökologie von „guter“ Beschulung hängt von fortgesetzter Unzufriedenheit ab, demselben Dünger, auf den die kommerzielle Ökonomie angewiesen ist.

7. Man kann sich nicht verstecken. Es gibt keine Privatsphäre für Kinder, es gibt keine private Zeit [...] Die Bedeutung beständiger Überwachung (und Vorenthaltung von Privatheit) besteht darin zu lernen, dass man niemandem trauen kann und dass es nicht legitim ist, eine Privatsphäre zu haben.

Die gegenwärtige Debatte, ob wir einen zentralen Lehrplan benötigen, ist müßig. Wir haben ihn bereits, und er ist in den sieben von mir skizzierten Lektionen verborgen. Unsere gegenwärtige Diskussion, bei der wir über die schlechten akademischen Leistungen der Schüler lamentieren, verfehlt den eigentlichen Punkt. Die Schulen lehren genau das, was sie lehren sollen, und sie tun es gut: Wie man ein guter Ägypter ist und an seinem Platz in der Pyramide bleibt. (Aus: John Taylor Gatto, Verdummt noch mal!)

John Taylor Gatto

Sensibilität der Kinder steigt

Dieser unsichtbare Lehrplan und seine Umsetzung in unserer Schulzeit hat auch uns nicht gut getan, aber viele der Kinder, die jetzt zur Erde kommen, können mit ihm überhaupt nicht mehr umgehen.

Sie sind in ihrer hohen Sensibilität und Wahrnehmungskraft bereits für die neue, lichtere, friedliche Zeit gebaut, die wir gemeinsam mit ihnen und für sie erschaffen wollen. Druck, Hetze, angemaßte Autorität und Fremdbestimmung sind für sie unerträglich. Um ihr mitgebrachtes Erbe zu bewahren und zu entwickeln, brauchen sie geborgenen Spiel-Raum in allen Bedeutungen dieses Wortes, tiefe liebevolle Bindungen und Zeit, um mit den Menschen, zu denen sie gekommen sind, zusammen zu sein.

Kinder sind heute mehr denn je in ihrer tiefen Liebesfähigkeit darauf angewiesen, einen Großteil des Tages in gelassener friedlicher liebevoller Vertrautheit mit denen zu verbringen, denen sie sich anvertraut haben, und das sind in den meisten Fällen die leiblichen Eltern.

Was in unserer Gesellschaft geschieht, ist jedoch genau das Gegenteil. Uns Eltern wird eingeredet, Kinder bräuchten so früh wie möglich vor allem die Gesellschaft anderer Kinder – als hätte sich an den zentralen Bedürfnissen unserer Kinder nach Geborgenheit, Dazugehörigkeit und tiefen, individuellen Bindungen, die wir nicht nur in der gesamten Menschheitsgeschichte, sondern auch bei Primaten und allen höheren Säugetieren beobachten können, plötzlich etwas geändert. Natürlich brauchen Kinder andere Kinder zum Spielen, aber nicht, um bei ihnen Geborgenheit zu finden!

Und gelernt haben Kinder bis vor ganz kurzer Zeit von ihren Eltern, Verwandten, dem ganzen Dorf und im individuellen Kontakt mit dem Meister oder der Meisterin. Das war sicherlich auch nicht immer alles ideal, aber diese individuellen Bildungsverläufe pflegten viele ganz unterschiedliche Kompetenzen und gaben den Kindern und Jugendlichen das Gefühl, zur Gemeinschaft der Erwachsenen dazuzugehören, wichtig zu sein und etwas beitragen zu können. Kinder gehörten bis vor relativ kurzer Zeit zum realen Leben dazu.


Computerspiele statt Zustandsverbesserung

Schulkinder hingegen leben heute in ihrer eigenen, künstlichen Welt, in der das, was sie ohne realen Bezug „auf Vorrat“ lernen, zunächst einmal nur dazu dient, sie zu bewerten und einzuteilen – und ihnen keinen Raum lässt, um ihren eigenen Ideen und Interessen zu folgen.

So kommt es, dass heute junge Menschen nach Ende der Schulpflicht, die in Deutschland einen Schulzwang bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres bedeutet, oft keinerlei Zugang mehr zu dem haben, was sie auf diesem Planeten eigentlich anfangen wollen, was ihnen Freude macht, wo ihre Stärken liegen und statt der „realen“ Welt, die es zusammen mit den Älteren zu gestalten gilt, bauen sie lieber an ihren virtuellen Existenzen in virtuellen Welten. Genau die gestaltende, reformierende Kraft, die von jeher das Geschenk der Jugend an die Welt war – nach dem Motto „was habt ihr Alten denn hier angestellt, das mache ich jetzt alles ganz anders und viel besser!“ – verpufft heute in „World of Warcraft“, „Oblivion“, „Minecraft“ und zahllosen anderen modernen Computerspielen.

Dabei braucht die Erde neue Tatkraft und neue Ideen für neue Lösungen mehr denn je.


Elternrecht vor Staatsrecht

Doch ob man der Argumentation von Gatto nun folgen will oder (zumindest manche) Schulen wunderbar und für die eigenen Kinder unentbehrlich findet: Die Entscheidung, in welcher Weise Kinder am besten lernen, sollte im Einklang mit dem Grundgesetz, mit der EU-Kinderrechtskonvention und mit der UN-Menschenrechtskonvention ruhig den einzelnen Familien, also der Verantwortung der Eltern für ihre Kinder überlassen bleiben.

Dann würde die Schule als das behandelt, was sie ist: eine Dienstleistung, die man in Anspruch nehmen oder auf die man verzichten kann. Eine solche Wahlfreiheit wäre auch für die Schulen eine Chance – Konkurrenz hebt die Qualität!

Dieses Recht auf Bildungsfreiheit ist genau das Anliegen der ersten globalen Konferenz zum Thema schulfreien Lernens (siehe Seite 15 in dieser Depesche), egal in welchen Weisen die Eltern dieses Recht dann nutzen: ihre Kinder zu einer „ganz normalen“ staatlichen oder einer von vielen individuell den Bedürfnissen und Vorlieben angepassten privaten Schulen zu schicken, sie zu Hause oder in Gruppen aus mehreren Familien nach staatlichem oder eigenem Lehrplan zu unterrichten oder sie ohne Vorgaben bei der Erkundung der Welt zu begleiten – oder eine Mischung aus all dem.

Die Argumente gegen eine solche vom Staatsmonopol befreite, individuelle Bildungslandschaft sind zahlreich – und alle längst widerlegt – nicht nur in meinem eigenen Buch „Die Freilerner“, sondern auch durch zahlreiche wissenschaftliche Studien und durch das Leben selbst. Mein älterer Sohn Moritz (15) zum Beispiel hat soeben als einer der besten Schüler seinen Hauptschulabschluss mit „sehr gut“ absolviert – in einem externen Prüfungsverfahren für „Schulfremde“, das sich von Mai bis Juli hinzog und 9 Prüfungen und eine umfangreiche schriftliche bzw. multimediale Präsentation umfasste, für die er neben 20 Seiten Text eine Fotoserie, eine Präsentation mit Powerpoint erstellt und einen kurzen Film gedreht hat. Erst Mitte März 2012 war klar, dass er zur Prüfung zugelassen werden würde, er hatte also nur wenige Wochen Zeit, um sich vorzubereiten und die Arbeit anzufertigen (ein tolles Interview mit Dagmar und Moritz Neubronner findet sich auf YouTube unter dem Stichwort „Erfolgreich Lernen ohne Schule“, mk).

Moritz ist seit seinem 8. Lebensjahr nicht mehr zur Schule gegangen – und er ist beileibe nicht der einzige „schulfrei-Lerner“ in Deutschland mit solchen Ergebnissen, nur wird dies aufgrund der rechtlichen Situation nicht publik.

Moritz und sein Bruder haben seit 2008 ihren Wohnsitz in Frankreich, wo schulfreies Lernen legal ist. (Ernüchternd muss ich allerdings hinzufügen, dass die „Szene“ in Frankreich, wie z.B. auch Vegetarier, vom Verfassungsschutz beobachtet wird und bisher als „harmlos“ eingestuft wurde.)


Motivation ist alles

Im ersten und zweiten Schuljahr hatte es bei Moritz nicht nach einem solchen Ergebnis ausgesehen – im Gegenteil, er war auf dem besten Wege, schon früh ein „Schulversager“ (also jemand, bei dem die Schule versagt ;-) zu werden.

Was Moritz Probleme bereitete, waren nicht das Lernmaterial oder die Lehrer, auch nicht die anderen Kinder, sondern die Fremdbestimmung, d.h. der Zwang, viele Stunden hintereinander mit so vielen Menschen zusammen zu sein. Die Tatsache, dass er nicht einfach weiter zu Hause in Ruhe in unserer Gegenwart spielen, lernen und wachsen konnte, bremsten ihn entscheidend.

Und so entschieden wir uns zu Beginn des dritten Schuljahres, ihm ein Leben ohne Schule zu ermöglichen.

Danach – ich kannte damals schon das wunderbare „Teenager-Befreiungshandbuch“ der amerikanischen Ex-Lehrerin Grace Llewllyn und „Bildung in Freiheit“ des berühmten Pädagogen John Holt (und seines Mitarbeiters Pat Farenga) – verzichtete ich weitestgehend auf „Schule zu Hause“, weil ich spürte, wie schon der Anblick schulüblicher Materialien (wie Arbeitshefte und Stifte) Moritz auf den Magen schlug.

Es dauerte, ich habe genau darauf geachtet, eineinhalb Jahre nach seiner Befreiung vom Schulbesuch, bevor Moritz zum ersten Mal wieder sagte, dass er etwas lernen wolle: „Ich will kochen lernen.“ Und das tat er dann auch. Zu Hause.

„Warum sollen unsere Kinder es besser haben?“

Nur manchmal bekam ich zwischendurch eine Art Panikattacke: „Es kann doch nicht sein, dass unsere Kinder den ganzen Tag nur fröhlich herumspielen – die lernen doch nichts!“

Dann versuchte ich für ein paar Wochen zu regelmäßigen Zeiten schulische Inhalte zu vermitteln – mit dem Ergebnis, dass meine Kinder begannen, sich wie Schüler zu verhalten: Sie versuchten, mich vom Lehrstoff abzulenken, kicherten, rutschten herum, schrieben sich Zettelchen (zu zweit)!

Thomas, der Jüngere, hat in den letzten fünf Jahren sicher vier Phasen von „Einmaleins-Lernen“ über sich ergehen lassen, mit der Folge, dass er es jeweils für ein paar Tage oder Wochen ganz gut drauf hatte, aber wenn wir Monate später mal testeten, war alles wieder weg.

Es blieb einfach nicht hängen, weil es ihn nach wie vor nicht die Bohne interessiert und er es in seinem Alltag bisher nicht braucht. Hirnforscher wie Prof. Spitzer und Prof. Hüther erläutern landauf, landab, warum das so ist und dass schulisches Lernen weitestgehend „Bulimielernen“ ist – also Stoff reinschlingen und auf Abfrage wieder ausspeien.

Das Interessante: Trotzdem fallen unsere Kinder immer wieder durch ihre gute Allgemeinbildung auf, und jetzt bei den Prüfungsvorbereitungen für die Mathe-Hauptschulprüfung hatte Moritz den Stoff oft schneller verstanden und rechnete schneller als ich, dazu noch auf selbstgefundenen, unorthodoxen Lösungswegen – und ich war 12 Jahre in der Schule und habe ein Abitur mit Auszeichnung, müsste das also doch eigentlich alles super draufhaben!

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Von am 21.10.2026


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